PROJEKT "RÄUMUNG EHEMALIGES MUNITIONSLAGER MITHOLZ"
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Weitere und vertiefende Informationen zum Projekt finden Sie zudem auf der Website des VBS.
Der Sachstandbericht informiert periodisch zum Stand der Arbeiten im Projekt
«Räumung ehemaliges Munitionslager Mitholz».
Er erscheint drei bis viermal jährlich. Die vollständigen Berichte können Sie hier lesen.
AKTUELLER STAND (August 2026)
Verfahren & Bevölkerung: Das Plangenehmigungsverfahren für die Bahn-Schutzmassnahmen wird im Dezember 2026 eingereicht. Im Juni 2026 stimmte Kandergrund dem Verkauf von Gemeindeliegenschaften (Schulhaus, Turnhalle) ans VBS zu. Rund 20 ökologische Ausgleichsmassnahmen sind geplant, und das Sachplanobjektblatt Mitholz wird überarbeitet (Anhörung ab Herbst 2026).
Munitionsentsorgung: Im «Bruchmattli» entsteht ein Sprengbunker (ab ca. 2027 betriebsbereit), übergangsweise ergänzt durch eine Miet-Sprengkammer. Eine grössere Anlage folgt erst zur Haupträumung. Für die rund 1,2 Mio. m³ anfallendes Aushubmaterial wird eine Testanlage zur Materialtriage errichtet (Baugesuch Juli 2026 eingereicht).
Technische Untersuchungen: Sprengversuche im Juli 2026 bestätigten die Wirksamkeit geplanter Splitterschutzmassnahmen; weitere Tests folgen im Oktober. Im «Sackstollen» wurden bei Sondiergrabungen rund 1’450 Munitionsobjekte (5’170 kg, ca. 580 kg Nettoexplosivstoff, darunter drei 50-kg-Fliegerbomben) geborgen. Ab Mitte August 2026 wird der Bereich zur Risikominderung temporär verfüllt.
Organisation: Seit Mai 2026 ist Martin Heynen stellvertretender Projektleiter. Das Kommando KAMIR baut das Personal weiter aus (rund 32 ha zu räumende Fläche). Die sozialwissenschaftliche Begleitstudie der Universität Bern (2022–2025) wurde abgeschlossen: Ortsverbundenheit, soziale Beziehungen und Zukunftsplanung sind für die Bevölkerung zentral, ein regelmässiger Behördenaustausch bleibt wichtig.
ALLGEMENE INFOS ZUM PROJEKT:
Im Zweiten Weltkrieg wurde in Mitholz (Gemeinde Kandergrund, Kanton Bern) ein unterirdisches Munitionslager der Schweizer Armee gebaut. Im Dezember 1947 kam es darin zu mehreren Explosionen, bei denen 9 Menschen in der Umgebung der Anlage ums Leben kamen und das Dorf zerstört wurde. Von den rund 7'000 Tonnen eingelagerter Munition explodierte ein Teil; ein weiterer Teil konnte in der Folge geräumt werden. Gemäss Schätzung der Fachleute befinden sich in den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel heute noch bis zu 3'500 Bruttotonnen Munitionsrückstände mit einigen hundert Tonnen Sprengstoff. Im Zusammenhang mit der Projektierung eines neuen Rechenzentrums wurde 2018 im Auftrag des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport erneut eine Risikobeurteilung durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Risiken gemäss der Störfallverordnung (StFV) sowie den Weisungen über das Sicherheitskonzept für den Umgang mit Munition und Explosivstoffen (WSUME) im nicht akzeptablen Bereich liegen.
Das Ziel ist es, die Munition umfassend zu räumen. Nur mit der Räumung können die Risiken in den akzeptablen Bereich gemäss StFV und WSUME gesenkt und endgültig beseitigt werden. Jedoch müssen die Bewohnerinnen und Bewohner im Sicherheitsperimeter vor Beginn der Räumungsarbeiten wegziehen und für die Verkehrsträger Strasse und Bahn Schutzmassnahmen ergriffen werden. Nach der Räumung kann Mitholz wieder besiedelt werden, und die Anlage könnte wieder genutzt werden.
Der Bundesrat verabschiedete im November 2022 die Botschaft zu einem Verpflichtungskredit für die Räumung des ehemaligen Munitionslagers Mitholz zuhanden des Parlaments. National- und Ständerat stimmten dem Bundesbeschluss im Mai und September 2023 zu. Mit diesem Beschluss begann die Umsetzungsphase des Projekts.
HINWEISE ZUR DAUER
Hauptphasen:
- 2023–2026: Vorausmassnahmen
- 2027–2036: Schutzmassnahmen (Bevölkerung, Bahn und Strasse) und Vorbereitung der Räumung
- 2037–2043: Räumung und Entsorgung der Munitionsrückstände
- 2044–2047: Instandsetzung des Geländes und Wiederbesiedlung von Mitholz
Der Projektauftrag berücksichtigt keine Verzögerungen durch Einsprachen und Vergabebeschwerden.
